Heilpraktikerausbildung

Du möchtest Heilpraktiker bzw. Heilpraktikerin in werden und suchst Informationen zur Heilpraktikerausbildung? Welche Schule du am besten besuchen solltest und welche Bücher sinnvoll zum Lernen sind? Dann geht es dir wie vielen!

Mich erreichen immer wieder Anfragen, ob ich einen Tipp geben könnte und ich möchte einige der Fragen hier beantworten.

Bitte denke aber immer daran: es gibt nicht DEN EINEN WEG, der für alle richtig und gut ist! Daher schau, was für DICH passt und entscheide dann, welchen Weg du gehen möchtest.

 

Heilpraktikerberuf

Der Heilpraktikerberuf selbst ist gesetzlich geregelt, jedoch gibt es bis jetzt noch keine gesetzliche Regelung, was genau eine Heilpraktikerausbildung umfassen muss. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Heilpraktiker machen und tun kann, was er will! Es ist nur nicht festgelegt, auf welchem Wege er sein Wissen erlangt. Am Ende der Ausbildung findet eine schriftliche und mündliche Prüfung vor Ärzten des Gesundheitsamtes statt, welche das medizinische Wissen des Prüflings überprüfen und beurteilen, ob er als Therapeut geeignet ist.

Ende 2017 wird es zu Änderungen der Heilpraktikerprüfung kommen. Welche das genau sind, weiß man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Ich werde hier auf der Homepage sowie auf Facebook informieren, sobald mir etwas bekannt ist.

Wenn du auf Facebook bist, dann markiere einfach meine Seite „Fit für die Heilpraktikerprüfung“ mit einem „Gefällt-mir“ und du erhältst dann automatisch die Informationen zu den Änderungen sowie weitere Informationen zu prüfungsrelevanten Themen.

 

 Voraussetzungen für den Heilpraktikerberuf:
  • Mindestalter beträgt 25 Jahre
  • Vorhandener Schulabschluss (mind. Volks- oder Hauptschulabschluss)
  • Körperliche und geistige Eignung muss vom Arzt attestiert sein
  • Polizeiliches Führungszeugnis muss vorliegen, dass keine Ermittlungs- und Strafverfahren laufen
  • Erfolgreiche schriftliche und mündliche Überprüfung durch das Gesundheitsamt

 

Empfehlenswerte Heilpraktikerschulen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Heilpraktikerausbildung zu machen. Welche für dich sinnvoll sind, hängt von vielen Faktoren ab.

Nachfolgend ein kleiner Überblick der verschiedenen Schulen, wobei auch immer häufiger eine Kombi aus Präsenzschule und Fernunterricht angeboten wird:

 

Präsenzschulen:

Diese Heilpraktikerschulen sind vor Ort und bieten Unterricht in kleinen oder großen Gruppen an. Der Vorteil ist, dass man praktische Dinge wie Infusionen, Untersuchungsmethoden und Notfallmanagement im Unterricht praktisch üben kann.  Du kannst beim Dozenten direkt nachfragen, wenn du etwas nicht verstanden hast und hast persönlichen Kontakt zu Mitschülern.

 

Fernschulen:

Viele Fernschulen bieten mittlerweile Webinare an, bei denen du den Unterricht am PC verfolgen und über ein Headset mit dem Dozenten kommunizieren kannst. Der Vorteil ist, dass du keine weiten Strecken fahren musst und zeitlich flexibler bist. Denn meistens werden die Webinare aufgenommen und du kannst auch im Nachhinein die Aufzeichnungen ansehen, wenn du einen Unterricht verpasst haben solltest.

Es gibt jedoch auch reine Fernschulen, die nur mit Lehrskripten arbeiten. Ich persönlich finde diese jedoch nicht empfehlenswert, da der direkte Kontakt fehlt.

Manche Fernschulen bieten auch Präsenzseminare an, bei denen praktische Themen wie Untersuchungsmethoden, Injektionen etc. unterrichtet werden.

 

Selbststudium:

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, alles im Selbststudium zu lernen und dann in die Prüfung zu gehen. Dies bleibt natürlich jedem selbst überlassen, jedoch ist diese Form nur für die allerwenigsten geeignet! Nur wer gute medizinische Vorkenntnisse sowie ein hohes Maß an Selbstdisziplin beim Lernen besitzt, kann die Prüfung auf diesem Weg schaffen! In vielen Gesundheitsämtern wird nach der besuchten Schule gefragt und es wird bei Selbstlernern (berechtigterweise) dann ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, ob diese auch wirklich genügend wissen.

 

Fazit: 

Die Wahl der Schule ist von vielen Faktoren abhängig und ich würde dir raten, dass du dich mit den einzelnen Schulen in Verbindung setzt und evtl. auch nach einem Probeunterricht und Probeskripten fragst. So kannst du dir einen ersten Eindruck machen, welche Schule zu dir passt.

Wichtig ist vor allem, dass man jederzeit einen Ansprechpartner hat und Fragen stellen kann. Wenn du die Möglichkeit hast, dann höre dich auch bei den Schülern um, ob sie ihre Schule weiterempfehlen würden.

 

Ausbildungsdauer

Die Dauer der Heilpraktikerausbildung richtet sich nach den medizinischen Vorkenntnissen, der möglichen wöchentlichen Lernzeit sowie deiner Lerngeschwindigkeit. Wenn du medizinische Vorkenntnisse als Physiotherapeut, Krankenschwester oder in einem sonstigen medizinischen Beruf hast, dann kannst du es in 1-1,5 Jahren schaffen. Es gibt auch Heilpraktikeranwärter, die es in kürzerer Zeit geschafft haben, aber ich würde es nicht empfehlen. Der Prüfungsstoff ist sehr umfangreich und es benötigt einfach seine Zeit, bis alles gelernt und tief verwurzelt ist! Ich habe schon einige Prüflinge erlebt, die aufgrund eines zu eng gesetzten Zeitplans fast zusammengeklappt sind. Das muss nun wirklich nicht sein!

Bei Anwärtern ohne medizinische Vorkenntnisse sind 2 Jahre realistisch.

Die oben genannten Empfehlungen zur Ausbildungsdauer sind auf eine wöchentliche Lernzeit von ca. 15-20 Stunden in der Woche ausgelegt. In der direkten Prüfungsvorbereitungszeit werden es dann noch mehr Lernstunden in der Woche sein. Dies hört sich natürlich sehr viel an und es erschreckt dich vielleicht. Aber glaub mir, es lohnt sich wirklich, für seinen Traumberuf zu lernen! Und mit der richtigen Schule und Literatur macht es auch wirklich Spaß!

 

Kosten der Heilpraktikerausbildung

Je nach Schule und jeweiligem Ausbildungsumfang bestehen sehr große Unterschiede. Daher frag bei den einzelnen Schulen im Vorfeld nach, welche Kosten auf dich zukommen und welche Leistungen und Kurse beinhaltet sind.

 

Sinnvolle Zusatzkurse

Natürlich gibt es auch Schulen, welche alle nachfolgenden Kurse bereits im Standardpaket beinhaltet haben.

 

Prüfungsvorbereitungskurse

Sowohl für die schriftliche wie auch für die mündliche Prüfung gibt es Kurse zur Fokussierung des Wissens auf das Wesentliche. Vor allem für die mündliche Prüfung ist es sinnvoll, das Prüfungstraining an einer Schule zu absolvieren, die sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt gut auskennt. Meist sind dies Schulen vor Ort. Denn jedes Gesundheitsamt hat bei der mündlichen Prüfung seine Schwerpunkte und Besonderheiten. Diese zu kennen ist sehr vorteilhaft für die Prüfung!

Bei Präsenzkursen ist ein weiterer Vorteil, dass man das freie Reden in einer Gruppe und vor einem Dozenten üben kann. Dies ist eine gute Übung für die Prüfung. Denn meist merkt man erst beim Direktunterricht, welche Hemmung man hat, vor anderen zu reden. Gerade Fernschüler oder Selbstlerner haben diese Erfahrung nicht gemacht!

 

Untersuchungskurse

Die körperliche Untersuchung kann man einfach nicht aus der Ferne üben und ein Seminar vor Ort ist meiner Meinung nach unumgänglich! Denn schließlich möchtest du später in der Praxis auch Menschen beHANDeln und nicht nur aus der Ferne begutachten.

Untersuchungskurse mit Präsenzunterricht werden auch von vielen Fernschulen angeboten oder können dazugebucht werden.

 

Injektionskurse

Wer später mit Injektionen arbeiten möchte, sollte eine umfangreiches Seminar zu Injektionstechniken absolvieren. Für alle anderen reicht i.d.R. ein Eintagesseminar. Diese werden an vielen Schulen oder bei Heilpraktikerverbänden angeboten.

 

Notfallmanagement / Erste-Hilfe-Kurse

An einer guten Heilpraktikerschule sollte dieses Thema bereits in der Theorie und ggf. Praxis bereits Ausbildungsinhalt sein. Zusätzlich ist es trotzdem sinnvoll, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen. Optimalerweise gleich einen für die zukünftige Praxis. Diese Art von Kursen bieten u.a. die Heilpraktikerverbände an.

 

Naturheilverfahren

Kurse für Therapieverfahren sind an einigen Schulen mit im Ausbildungspaket beinhaltet. Dies sehe ich jedoch nicht als relevant für die Schulwahl an! Primär sollte es wichtig sein, die medizinischen Bereiche abzudecken, welche an der Prüfung gefragt werden. Therapiefortbildungen können auch an anderen Schulen und Institutionen problemlos besucht werden und die Therapiemethode sollte frei wählbar sein, die man erlernen möchte.

Bitte achte auch darauf, dass die Therapieausbildung umfassend ist. Bei Kombiausbildungen wird gerne dafür geworben, dass man an der Schule gleich die Homöopathie und Akupunktur mitlernt. Aber ist das wirklich so? Eine Ausbildung dieser beiden Verfahren umfasst jeweils mind. 2-3 Jahre intensivem Studiums und ist definitiv nicht an ein paar Wochenenden mit abgedeckt! Also bitte Augen bei der Schulwahl!

 

Empfehlenswerte Bücher

Eine Liste empfehlenswerter Bücher findest du in der Literaturliste.

Meine eigenen Heilpraktikerbücher „Fit für die Heilpraktikerprüfung“ bieten dir einen roten Faden zur optimalen Vorbereitung auf die mündliche Heilpraktikerprüfung. Beinhalten jedoch auch viel Wissenswertes für die schriftliche Prüfung und können ausbildungsbegleitend eingesetzt werden.

Die Inhalte sind auf wichtige prüfungsrelevante Themen für die mündliche Heilpraktikerprüfung ausgerichtet und werden regelmäßig überarbeitet. Aktualisierungen werden dir kostenfrei in einem internen Bereich zur Verfügung gestellt. So bleibst du immer up-to-date.

Weitere Informationen findest du auf der Seite Skripte / Bücher